BREAKING NEWS – MAISON MARTIN MARGIELA FOR H&M

Maison Martin Margiela ist eines der wichtigsten und einflussreichsten Modehäuser der letzten 30 Jahre. Und genau dieses Modehaus ist für die nächste Designer-Kooperation von Hennes&Mauritz verantwortlich, die ab 15. November 2012 erhältlich sein wird.
“Ich bin so begeistert von dieser radikalen Kooperation, die Modeliebhabern auf der ganzen Welt die Gelegenheit gibt, besondere Stücke von Maison Martin Margiela zu tragen. Diese Zusammenarbeit wird ein großartiger und unvergesslicher Modemoment sein”, ist sich Margareta van den Bosch, H&Ms Creative Advisor, sicher.
Kein Wunder: Kaum ein anderes Modehaus agiert so eigensinnig und gegen den Mainstream wie Maison Martin Margiela. Hier spielt, anders als bei anderen Labels, die Mode die Hauptrolle. Und nicht der Designer. Martin Margiela hat seine Ausbildung hatte er an der Antwerpener Königlichen Akademie der Schönen Künste erhalten. Gemeinsam mit Dries van Noten, Ann Demeulemeester und anderen gehörte er zum Kreis der “Antwerp Six”, einer Generation von Modemachern, die den Ruf der Belgier als Konzeptionalisten begründeten. Von 1984 bis 1987 war Margiela Assistent von Jean Paul Gaultier, von 1998 an Chefdesigner bei Hermès, wo ihn später Jean Paul Gaultier ablöste.
Im Jahr 1988 gründet er Maison Martin Margiela. Man beachte: Das Label heißt nicht Martin Margiela, sondern Maison Martin Margiela. Das, um die Arbeit des Kollektivs hervorzuheben. Keine freundlich soziale Geste, sondern eine Haltung, die er noch steigerte, indem er Anonymität forderte. Und gleichzeitig eine Reaktion auf die Hysterie um die Star-Designer setzte. Die Anonymität des Designers rückt automatisch das Kleidungsstück in den Vordergrund. Margiela-Models bewegen sich mit verschleierten Gesichtern, kaschiertem Blick, überlangem Pony oder “Incognito”-Brillen über den Laufsteg.
Der Bruch mit dem Establishment geht weiter. Die Souveränität der Logos wird sabotiert. Das Etikett von Maison Martin Margiela ist aus weißer Baumwolle, ohne Inschrift, oder mit den Zahlen 0 bis 23 versehen, die die Mode-Linien beziffern. Es wird von vier weißen Heftstichen gehalten, die sich einfach auftrennen lassen. Die wichtigste Farbe des Hauses sind Weiß und verschiedenen Weißtöne. Weiß steht für eine starke und gewagte visuelle Identität und bildet einen federleichten Gegensatz zum in der Mode vorherrschenden Schwarz. Weiß sind auch die Büros, Studios und Boutiquen. Weiß sind die Arbeitskittel des Personals. So verschwinden nicht nur Hierarchien, so wird der Fokus auf das Wesentliche, die Schneiderkunst, gerichtet.
Auch was Glanz und Glamour betrifft, hat Maison Martin Margiela ganz eigene Vorstellungen und vertritt ganz selbstverständlich eine Gegenkultur der Mode. Und das mit ebenso viel Respekt vor der Tradition und vor handwerkliches Geschick, mit viel Pragmatismus wie auch mit großer Neugier auf das Unbekannte und Unerwartete- die wichtigsten Werte der Maison Martin Margiela. Margiela wendet das Verfahren der Dekonstruktion an: Kleidungsstücke werden auseinander genommen und neu zusammengesetzt, die Nähte aber nach außen gewendet. Als er in den späten 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts damit begann, galt seine Vorgehensweise als spektakulär: Er machte sichtbar, was in der Mode bisher verborgen geblieben war – ihren Konstruktionscharakter. So verwandelten sich Röcke in Hosen, Handschuhe in Oberteile. “Ärmliche” Stoffe wie simple, unbehandelte Baumwolle, aber auch in der Mode bislang undenkbares Material wie Haare oder Kämme verwandelt sich bei Margiela zu Stoffen, aus denen Designer-Kleidung gemacht wird.
“Wir freuen uns sehr, Maison Martin Margiela-Kreationen bei H&M zu präsentieren und damit eine neue Interpretation unserer Vision anzubieten. Das Demokratische unserer Mode hat immer im Mittelpunkt unserer Kreativität gestanden und die Zusammenarbeit mit H&M gestattet es uns, dieses Gespür weiter zu entwickeln. Wir bringen die kontrastierenden Universen der beiden Häuser auf eine Weise zusammen, die alle überraschen wird”, gibt man sich bei Maison Martin Margiela geheimnisvoll.
Die Kollektion besteht aus Mode für Damen und Herren sowie Accessoires. Sie wird ab 15. November 2012 weltweit in rund 230 H&M-Geschäften sowie online erhältlich sein.
Martin Margiela hat Ende 2009 sein eigenes Unternehmen verlassen, das seit 2002 zur Diesel-Gruppe gehört.
via/slazuburgnews

 

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